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Grabenlose Rohrneulegung

Unterfahrung von Bäumen und Hindernissen
Berlin – Mahlsdorf, Giesestraße

Technischer Erläuterungsbericht

  • Vorschubeinheit PCH-1 Vorschubeinheit PCH-1
  • Zieh-AdapterZiehadapter
  • Druck-/ZugstückDruck-/ Zugstück
  • Bauphase 1Abb. 1
  • Bauphase 2Abb. 2

 

In der Giesestraße wird die vorhandene Trinkwasserleitung DN 100 GG und DN 100 St durch eine neue Rohrleitung DN 100 GGG in einer neuen parallelen Trassenlage ersetzt. Hierbei wird die neu zu legende Leitung überwiegend in offener Bauweise eingebaut, wobei die Leitung unter den vorhandenen Bäumen grabenlos gemäß der Werknorm WN 479 der Berliner Wasserbetriebe eingebaut wird. Die Werknorm gilt für die grabenlose Auswechslung bzw. grabenlose Neulegung (hier Unterfahrung) von Rohren <=DN 200 unter einzelnen Bäumen unter Berücksichtigung der Baumschutzverordnung von Berlin und Brandenburg. Diese Norm gilt für Unterfahrungslängen bis max. 17,00 m und kann auch für die Rohrlegung unter Hindernissen angewendet werden.


Die Anforderungen
Gemäß der Baumschutzverordnung von Berlin darf in dem zu schützenden Wurzelbereich von Bäumen kein Rohrgraben hergestellt werden. Die Bäume sind zu unterfahren. Die für die Auswechslung anzuwendenden Verfahren sollen mit weniger technischem Aufwand ausführbar sein, als die in der WN 322 beschriebenen Verfahren (z. B. Wegfall von zusätzlichen Rohr- und Maschinenbaugruben). Vielmehr sollen zum Lösen des Altrohrstranges kleinere, handlichere Geräte, zum Einsatz kommen.

Die Technik
Zum Einsatz kommt hier die neu konzipierte hydraulische Presseinrichtung PCH-1 der Firma Bleck & Söhne Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG. Vorteil dieser Anlage ist die kompakte Bauweise, die den Einbau in den Leitungsgraben ohne Baugrubenverbreiterung erlaubt.

Die Bauphasen
Mit der Presseinrichtung PCH-1 wird die neu zu verlegende Druckleitung in zwei Arbeitsgängen über eine Länge von bis zu 17,00 m in geschlossener Bauweise eingebaut. Die hydraulische Vortriebseinrichtung wird in der Leitungsbaugrube installiert und auf die Sollachse ausgerichtet. Zur Übertragung der Press- und Zugkräfte wird die Maschine mittels Widerlagerplatten gegen ein in der Leitungsbaugrube hergestelltes Widerlager verspannt.
Nach dem Einbau der Presseinrichtung PCH-1 wird ein Stahlrohr bestehend aus einzelnen 0,75 m langen Rohrschüssen auf der Sollachse vorgetrieben (Abb. 1). Der Vortrieb erfolgt hierbei ohne Bodenentnahme.
Nach dem Vortrieb erfolgt der Rohreinzug der Trinkwasserleitung indem die Stahlrohre mittels der Hydraulik zurück gezogen und durch ein Übergangsstück die neuen Rohre, ohne Zugkraftmessung am neuen Rohr, nachgeschleppt werden (Abb. 2).
Bei der grabenlosen Rohrlegung werden Stahl- oder duktile Gussrohre, innen Zementmörtel-Auskleidung, außen Zementmörtel-Umhüllung, eingesetzt. Muffen im Unterfahrungsbereich sind mit Gummimanschetten und Blechkonen zu schützen. Zum Schutz der Zementmörtel-Auskleidung bzw. -Umhüllung darf auf die Betriebsrohre keine dynamische Energie aufgebracht werden. Ein Einschieben der Rohre ist nicht zulässig. Die neuen Betriebsrohre sind beim Einbauvorgang nur mit Zug zu belasten.
Nach der Verbindung dieser Rohrleitung mit der konventionell verlegten Leitung erfolgt die Druckprüfung auf Wasserdichtigkeit sowie die Umbindung der bestehenden Hausanschlüsse. Die Altrohrleitung wird verschlossen und verbleibt im Boden.

Auftraggeber: Berliner Wasserbetriebe
Ausführende Firma: Bleck & Söhne Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG